Konfirmandentreffen in Wittenberg

macht. schwach. sinn!? - Thema 2012

„Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2Kor 12,9)

Viele Helden unserer Kindheit und Jugend sind stark, und zwar in der Regel stärker als alle anderen. Daran gibt es überhaupt nichts zu deuteln. Heißen oder hießen sie nun Pippi Langstrumpf, Robin Hood, Perseus, Batman oder Spider-Man: Immer überragen sie mit ihren Fähigkeiten und oft gerade auch mit ihrer körperlichen Kraft ihre Widersacher und Feinde.

Dem entspricht, dass ‚Schwachsein‘ in unserer Umgangssprache gleichbedeutend ist mit ‚Schlechtsein‘: Hat einer seine Klassenarbeit vermasselt, so war das nach Ansicht der Lehrer und vieler Mitschüler natürlich – schwach. Wenn uns dagegen was begeistert, so finden wir das logischer Weise – stark! Und daher beschimpfen sich Klassenkameraden auch schon gleich ab der ersten Klasse gegenseitig mit besonderer Vorliebe als „Loser“ oder „Loserin“ – und das ist fast das Schlimmste, was man übereinander sagen kann.

Aber es gibt auch die anderen „Helden“ – zum Glück! Sei es „der kleine Angsthase“ aus ganz frühen Kindertagen – oder „der kleine Nick“ von René Goscinny. Vor allem ohne SpongeBob wäre die Kinderwelt um vieles Ärmer. Der klassische Losertyp! In einer Folge hört man ja die Stimme von SpongeBob auch ganz lange und laut rufen – wobei das leidvolle Selbstanklage ist:

Loser! Loser!

Vielleicht kennen auch einige von Euch  noch das alte Lied von Gerhard Schöne: Kalle, Heiner, Peter. Wie hatte es da so schön geheißen:

 „Kalle, Heiner, Peter, solche kennt wohl jeder. Kinder, die nicht stark, nicht schnell sind, Kinder, die nicht ganz so hell sind. Doch lernst du sie richtig kennen, lässt du sie nicht stehen, wirst du etwas ganz Besonderes grad bei ihnen sehen, und ihr könnt auf Erden die besten Freunde werden.“ – Gerhard Schöne sang mit diesem Lied die Einsicht in unsere Herzen, dass  unsere Schwächen – Deine und meine – gerade auch etwas Wertvolles für uns bedeuten.

So ähnlich – sagt Paulus – sieht das auch Gott. So sieht Gott uns – alle Menschen! Wo Ihr schwach seid – da kann in Wirklichkeit viel passieren. Und ganz oft entstehen die Kräfte, die uns Leben und Lieben bringen, genau da, wo wir nicht schon immer selbstbewusst unsere Straße ziehen. Darum sagt Paulus auch: „wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ Die Bibel ist voll von Geschichten über gescheiterte und gestrandete Typen: Gerade Sie werden zu Trägern von Gottes Segen, von Gottes Liebe. Es ist natürlich nicht so, dass am Ende dann doch wieder die coole Oberfläche des Erfolgs siegt. Wer sich auf Gott einlässt, lässt sich auf das Abenteuer ein, sich und die anderen Menschen mit anderen Augen als zuvor sehen zu lernen. – Hat das Sinn? Oder klingt das eher nach „Schwach-sinn“ – oder wie macht Gott eigentlich aus all dem, was wir oft als Schwach-sinn abtun, eine Kraft zum Leben?

Wir vom Vorbereitungsteam freuen uns auf alle, die sich zum 13. Konfirmandentreffen 2012 auf den Weg machen, um einen besseren Sinn für all das zu bekommen.

Euer Vorbereitungsteam Lutherspass 2012